{"id":3350,"date":"2024-01-11T12:43:08","date_gmt":"2024-01-11T11:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/ottoschaefer.de\/birds_and_nature\/?page_id=3350"},"modified":"2025-07-10T10:57:03","modified_gmt":"2025-07-10T09:57:03","slug":"software","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ottoschaefer.de\/birds_and_nature\/software\/","title":{"rendered":"Die Digitale Dunkelkammer"},"content":{"rendered":"\n\n\n<h2>Die Digitale <em><strong>Dunkelkammer<\/strong><\/em><\/h2>\n<p>Als ich Ende der 1970iger Jahren mit dem Fotografieren begann, gab es drei Arten von Filmen: Schwarz-wei\u00df-Negativ, Farbnegativ und Farbpositiv (Diafilm). Diese gab es in verschiedenen Formaten, z.B. Mittelformat (6x6cm) oder das am meisten verbreitete Kleinbildformat 24x36mm. Alle hatten gemeinsam, dass sie entwickelt werden mussten und entwickelte Negativfilme dann auf Papier ausbelichtet wurden um sie betrachten zu k\u00f6nnen. Lediglich Farbpositivfilme konnten nach der Entwicklung in einem Labor direkt oder \u00fcber einen Diaprojektor betrachtet werden.<\/p>\n<p>Diafilme bekam man exakt so zur\u00fcck wie man fotografiert hatte: ev. unscharf, \u00fcber- oder unterbelichtet, komische Farben bei Kunstlicht usw. Man hatte keine M\u00f6glichkeit etwas zu &#8222;korrigieren&#8220;. Man nennt das heute &#8222;authentische&#8220; Bilder.<\/p>\n<p>Bei Negativfilmen, insbesondere den Schwarz-Wei\u00df-Filmen hatte man durchaus mehr M\u00f6glichkeiten. Das fing beim Entwickeln an, wo man einen 100 ISO Film so behandeln konnte, als ob er ein 400 ISO Film ist. Beim Ausbelichten konnte man noch mehr machen: Kontraste beinflussen, Bereiche gezielt belichten (&#8222;Abwedeln&#8220; nannte man das), besondere Effekte durch Auswahl bestimmter Papiere etc.<\/p>\n<p>All das setzte entsprechendes Equipment voraus. Man brauchte eine <em><strong>Dunkelkammer<\/strong><\/em> mit diversen Ger\u00e4ten und Chemikalien. W\u00e4hrend bei Schwarz-Wei\u00df-Filmen der Aufwand und die Kosten noch \u00fcberschaubar waren, wurde es bei Farbnegativfilmen schwierig. Vor allem die Chemikalien waren sehr teuer und nur sehr begrenzt haltbar. Bei Diafilmen war dies noch komplizierter oder gar nicht m\u00f6glich. So beschr\u00e4nkten sich die meisten Amateure auf die Entwicklung von Schwarz-Wei\u00df-Filmen. Aber auch hier ben\u00f6tigte man Know-How und Erfahrung, um gute Ergebnisse zu erzielen. Fehler im Prozess konnten nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden und produzierten Abfall.<\/p>\n<p>Um die Jahrtausendwende begann die Digitalfotografie sich durchzusetzen. \u00c4hnlich wie beim Diafilm kamen die Bilder fertig aus der Kamera. Doch sehr bald produzierten die Topmodelle sogenannte RAW-Dateien. Die Bildinformationen waren genau so, wie sie der Sensor in der Kamera wahr-\/aufgenommen hat. Vollkommen neutral.<\/p>\n<p>Jetzt begann die Zeit der &#8222;digitalen <em><strong>Dunkelkammer<\/strong><\/em>&#8222;. Mit entsprechender Software konnte man diese RAW-Dateien &#8222;entwickeln&#8220;. Man konnte \u00dcber-\/Unterbelichtung korrigieren, Kontraste \u00e4ndern, Farben anpassen, Fehler retuschieren und vieles mehr.<\/p>\n<p>Auch das erforderte Know-How und Erfahrung, \u00e4hnlich wie die Entwicklung und Bearbeitung von Negativfilmen. Der gro\u00dfe Vorteil aber war, dass man experimentieren konnte. Man konnte mit Einstellungen in der Software spielen, Fehler r\u00fcckg\u00e4ngig machen und die Kosten waren \u00fcberschaubar. Klar, die Kameras waren teuer und die Software kostet meistens Geld, aber verglichen mit den Sumen, die man alleine f\u00fcr das Filmmaterial und die Entwicklung ausgab, war das jetzt kein Thema mehr.<\/p>\n<p>Wurde der Arbeitsaufwand daurch weniger? Eher nein. Bei Diafilmen hat man die schlechten aussortiert, den Rest gerahmt (wenn sie nicht schon im Labor gerahmt wurden) und dann konnte man sie betrachten. Wegen der niedrigen Preise f\u00fcr die Speicherkarten, die in Digitalkameras verwendet werden, macht man ein Vielfaches mehr an Bilder als fr\u00fcher. Und die m\u00fcssen dann aussortiert und entwickelt werden. Ein Vorgang der mehr Zeit in Anspruch nimmt als die &#8222;Bearbeitung&#8220; von Dias.<\/p>\n<p>Lohnt sich dieser Aufwand, oder kann man ihn minimieren? Er lohnt sich in jedem Fall, denn die M\u00f6glichkeiten sind zu vielf\u00e4ltig, aber man kann ihn minimieren, indem man die Kamera zus\u00e4tzlich zu den RAW-Dateien JPG-Dateien erstellen l\u00e4sst. So bearbeitet man dann nur die Dateien, die es wert sind oder es n\u00f6tig haben. Leider sind die Out-Of-Camera (OOC) Bilder selten optimal. Oft sind sie \u00fcbersch\u00e4rft, die Farben zu bunt, der Wei\u00dfabgleich passt nicht etc. Man kann das in begrenztem Ma\u00dfe in der Kamera beeinflussen, bei mir aber war das Ergebnis, dass ich letztendlich nur noch RAWs mache und diese dann bearbeite. Mit Presets in der Software kann man das beschleunigen. Und ich versuche wieder bewusster zu fotografieren, das heisst, ich mach mir vorher Gedanken \u00fcber das Bild anstatt 20 mal hinteinander auf den Ausl\u00f6ser zu dr\u00fccken, nach dem Motto &#8222;irgendein Bild wird schon gut sein&#8220;.<\/p>\n<p>Mit welchem Werkzeug ich in meiner digitalen Dunkelkammer arbeite ist Thema eines anderen Kapitels.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitale Dunkelkammer Als ich Ende der 1970iger Jahren mit dem Fotografieren begann, gab es drei Arten von Filmen: Schwarz-wei\u00df-Negativ, Farbnegativ und Farbpositiv (Diafilm). Diese gab es in verschiedenen Formaten, z.B. 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